Berufsausbildung

Wie kann ich eine Berufsausbildung bekommen? Neben dem klassischen Weg nach
der Schule eine Ausbildung an einer Dualen Berufsschule aufzunehmen, gibt
es noch andere Möglichkeiten:
Die Berufsausbildung erfolgt im "dualen System" an zwei Orten: Zum einen
im Betrieb und zum anderen in der Berufsschule.
Im Betrieb lernen Sie die Arbeitsabläufe kennen und werden schon bald selbst
Aufgaben erledigen. Ausbilder und Meister sind für Sie zuständig. In der
Berufsschule werden die fachtheoretischen Kenntnisse mit Sozialkunde und
Wirtschaftslehre vermittelt. Dazu erhalten Sie dort auch allgemeinbildenden
Unterricht.
Für den Unterricht stellt Sie Ihr Betrieb frei. Dieser findet entweder in
Teilzeit (in der Regel 12 Unterrichtsstunden pro Woche) statt oder er wird
als Blockunterricht durchgeführt.
- Voraussetzung: In der Regel mindestens Abschluss der 9. Klasse
(Hauptschulabschluss). Außerdem müssen Sie einen Ausbildungsvertrag mit
einem Betrieb abschließen.
- Bewerbung: Beim Betrieb (Ausbildungsplatz) - der Betrieb meldet
Sie dann bei der Berufsschule an.
- Dauer: Die Ausbildungszeiten richten sich nach den
unterschiedlichen Berufsbildern und können zwischen zwei bis
dreieinhalb Jahren dauern. Beispiele: Änderungsschneider/in oder
Maschinen- und Anlagenführer/in: zwei Jahre, Bürokaufmann/-frau: drei
Jahre, Industriemechaniker/in: dreieinhalb Jahre. Die Ausbildungszeit
kann bei guten Leistungen auf Antrag um ein halbes Jahr verkürzt
werden.
- Finanzen: Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich,
je nach Branche. Infos gibt es bei der Agentur für Arbeit und den
Kammern.
- Abschluss: Die Ausbildung endet mit einem anerkannten
Berufsabschluss.
- Anschlussperspektiven: Mit abgeschlossener Ausbildung und in der
Regel drei Jahren Berufserfahrung gibt es die Möglichkeit, den Meister
zu machen. Voraussetzung hierfür ist die Meisterprüfung. Informationen
über Fort- und Weiterbildungsangebote zur Meistervorbereitung und zu
Meisterkursen gibt es bei der zuständigen IHK oder HWK. Der
Meisterbrief ist eine Möglichkeit zum Einstieg in die Selbständigkeit,
er erlaubt zudem die Übernahme von Verantwortung für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
und Ausbildung in einem
Betrieb.
- Weiterführende Informationen:
Einige Berufe werden in einer rein schulischen Ausbildung an Höheren
Berufsfachschulen vermittelt. Die Ausbildung findet als
Vollzeit-Unterricht an staatlichen oder staatlich anerkannten
berufsbildenden Schulen statt. Ein halbjähriges Betriebspraktikum ist
meist vorgeschrieben. Der fachbezogene
Unterricht erfolgt projektorientiert, allgemeinbildende Fächer werden
auch unterrichtet.
- Voraussetzung: Realschulabschluss.
- Bewerbung: Ansprechpartner für ihre Bewerbung sind direkt die
Berufsbildenden Schulen: Hier finden Sie eine Datenbank mit allen Berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz
- Dauer: Meist zwei Jahre, je nach Fachrichtung.
- Finanzen: In der Regel erhalten Sie keine Ausbildungsvergütung -
in manchen Fällen muss auch Schulgeld bezahlt werden. Möglicherweise
haben Sie Anspruch auf BAföG.
- Abschluss: Die Ausbildung endet mit einem anerkannten
Berufsabschluss. Beispiele: Staatlich geprüfte/r Medienassistent/in;
Staatlich geprüfte/r Assistent/in für Informatik, Staatlich geprüfte/r
Betriebswirt/in, Staatlich geprüfte/r Sozialassistent/in.
- Anschlussperspektiven: Durch zusätzliche "Lernbausteine"
(Zusatzunterricht) können Sie die Fachhochschulreife erreichen.
- Weiterführende Informationen:
Die Duale Abiturientenausbildung ist eine weitere Alternative für alle,
die das Abitur bestanden haben. Sie verbindet eine kaufmännische
Berufsausbildung mit einem betriebswirtschaftlichen Studium. Die Praxis im
Betrieb wird wie bei der dualen Ausbildung mit einem theoretischen
Unterricht an der Berufsschule verbunden. Hinzu kommt das Studium an einer
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA).
In einigen Bundesländern wird eine ähnliche Duale Ausbildung auch an
Berufsakademien angeboten - jedoch nicht in Rheinland-Pfalz.
- Voraussetzung: Abitur und ein Ausbildungsplatz im Unternehmen.
- Bewerbung: Wie bei der dualen Ausbildung: Erst im Unternehmen bewerben, dann in einer Bildungseinrichtung anmelden.
- Dauer: In der Regel 3 Jahre, kann verkürzt werden.
- Finanzen: Sie erhalten eine Ausbildungsvergütung im Betrieb und können dadurch ihr Studium zum Teil finanzieren. Manchmal zahlt der Betrieb auch das Schulgeld.
- Abschluss: Betriebswirt/in (VWA).
- Anschlussperspektiven: Wie bei jeder Ausbildung stehen ihnen viele Möglichkeiten der Weiterqualifizierung offen.
Siehe unter: Studieren ohne Abitur
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